Simone Fischer Rechtsanwältin
Simone FischerRechtsanwältin

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort gemäß § 142 StGB

Das Strafgesetzbuch umfasst eine Unmenge von Paragrafen, die es zu beachten gilt. Vielfach handelt es sich um Normen, die uns wenig interessieren: wer hat schon im Alltag mit Mord, Totschlag, Raub oder auch nur Diebstahl zu tun. Regeln in Bezug auf solche Delikte einzuhalten fällt den Meisten von uns nicht schwer. Es finden sich im Strafgesetzbuch aber auch Delikte, die uns jederzeit betreffen können. Dazu gehört vor allem auch dieVerkehrsunfallflucht gemäß § 142 StGB. Dabei ist § 142 StGB für einen Laien kaum zu verstehen, die Vorschrift ist die am Schwersten zu verstehende Norm im Bereich des Verkehrsstrafrechts. §  142 StGB lautet:

 

§ 142
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

 

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich

  1. nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder
  2. berechtigt oder entschuldigt

vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.

(3) 1Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. 2Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.

(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).

(5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.

 

Gerade die Norm, mit der jeder Bürger im Alltag konfrontiert werden kann, entpuppt sich als wenig transparent. Fast jeder Bürger fährt Auto und/oder Fahrrad. Hierbei kann es nur allzu leicht passieren, dass ein anderer Pkw, wenn auch unbeabsichtigt, beschädigt wird. Ein Schaden ist manchmal gar nicht erkennbar oder ist kaum sichtbar. Manch einer denkt sich nichts dabei oder denkt, es handele sich doch nur um eine Bagatelle und ... fährt weiter.

 

Vielleicht kennen Sie eine solche Situation und haben schon Ähnliches erlebt. Vielleicht fühlten Sie sich noch völlig unbeobachtet und denken sich, "dass hat doch keiner gesehene, es ist doch auch gar nichts passiert, ein Unfall war das auch gar nicht, da wir schon nichts auf mich zukommen".

Das geht aber sehr häufig schief:

 

 

 

Rechtsanwältin

Simone Fischer

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