Simone Fischer Rechtsanwältin
Simone FischerRechtsanwältin

Einseitensensormessverfahren ES3.0

Das Geschwindigkeitsmessverfahren ES3.0 ist seit Ende 2006 Nachfolger von ES1.0. Es hat fünf Sensoren  und zeichnet die  Messungen nur noch digital auf.

 

Das Grundprinzip besteht  darin,  dass die fünf parallel zur Fahrbahn angeordneten Sensoren Veränderungen des einfallenden Lichts registrieren  und aus diesen Lichtveränderungen die Geschwindigkeit eines vorbeifahrenden Autos errechnet wird.

 

 

Schematische Darstellung des Geschwindigkeitsmessverfahrens ES3.0

 

Die in ihrer Messlinie senkrecht zur Fahrbahn ausgerichteten Sensoren 1, 3 und 5 sind für die Geschwindigkeitsmessung zuständig. Die in ihrer Messlinie aufeinander zulaufend ausgerichteten Sensoren 2  und 4 ermitteln  den Abstand des Fahrzeugs zum Messgerät. Dies ist wichtig, um bei einer mehrspurigen Fahrbahn eine eindeutige Identifizierung des gemessenen Fahrzeugs gewährleisten zu können. Der seitliche Abstand zwischen dem ersten und dem letzten Sensor beträgt einen halben Meter.

 

Jede der fünf Sensoren  hat zwei Fotodioden. Erhalten die beiden Fotodioden  eines Sensors ein unterschiedliches Signal, so wird die Differenz an einen Messrechner weitergegleitet. Auf dem  zeitlichen Verlauf der Aktivität der Sensoren  wird vom Meßrechner eine vorläufige Geschwindigkeit sowie eine Zeitdauer ermittelt, innerhalb derer sich das gemessene Fahrzeug vom mittleren  Sensor aus 3 m weiter in Fahrtrichtung, zur sogenannten Fotolinie,  bewegt haben muss.

 

Die aus einer einfachen Weg/Zeit-Rechnung vorläufig ermittelte Geschwindigkeit wird dann allerdings durch  eine Korrelationsrechnung nochmalig überprüft und  präzisiert. Auf die hier ermittelten Geschwindigkeiten, und nicht, wie häufig selbst von erfahrenen Kollegen angenommen, auf die vorläufige einfache Weg/Zeit-Rechnung bezieht sich auch ihr Bußgeldbescheid.

 

Wie funktioniert die Geschwindigkeitsermittlung durch Korrelationsrechnung?

 

Passiert  ein Fahrzeug den ersten Sensor des Meßgeräts, sowie durch die beiden im Sensor verbauten Lichtdioden ein für dieses Fahrzeug spezifisches Helligkeitsprofil aufgezeichnet und in einen Signalverlauf umgewandelt. Passiert das Fahrzeug einen weiteren Sensor, so sollte ein sehr ähnlicher  Signalverlauf  aufgezeichnet werden. Zunächst wird mit Hilfe einer sogenannten Kreuzkorrelationsfunktion ermittelt, wie ähnlich sich die beiden Signalverläufe sind. Hiermit soll etwa ausgeschlossen werden, dass einer der beiden Signalverläufe durch ein anderes Objekt hervorgerufen wurde. Dann werden mit der Kreuzkorrelationsfunktion die beiden Signalverläufe  "mathematisch übereinandergeschoben" und dadurch die Zeit errechnet, die die beiden Signalverläufe auseinanderliegen.

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