Simone Fischer Rechtsanwältin
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Verlauf der THC-Konzentration im Blut: nicht immer linear

Die Nachweiszeit von THC im Blut (oder auch Urin) ist abhängig vom Konsummuster, also von der Häufigkeit des Konsums. Beim Konsum von Cannabis reichert sich THC im Fettgewebe an und wird erst nach und nach wieder in den Blutkreislauf freigesetzt. Das hat insbesondere bei regelmäßigem Konsum von Cannabis zur Folge, dass eben lange Nachweiszeiten möglich sind (im Urin z.B. bis zu drei Monate). Das Konsummuster (einmalig, gelegentlich oder regelmäßig) bestimmt also die Nachweisdauer.

 

Lange ging man davon aus, dass die THC-Konzentration kontinuierlich abgebaut wird. Hiernach sollte zunächst ein schneller Abbau bis zu THC-Werten von 2-3 ng/ml erfolgen und dann nach unnd nach der weitere Abbau. Eine Studie aus Australien ergab aber, dass dies zumindest nicht immer zutrifft. Bei Untersuchungen mit Cannabisabhängigen konnten hier selbst am siebten Tag nach dem letzten Konsum deutlich höhere THC-Werte festgestellt werden, sogar THC Werte von 4 ng/ml.

 

Und nicht nur das: Der Abbau von THC erfolgte auch nicht immer linear. Vielmehr konnten im Rahmen einer amerkanischen Studie bei Probanden, bei denen zunächst nach einem Monat kein THC im Blut festgestellt werden konnte, einige Tage danach dann wieder THC im Blut nachgewiesen werden.

 

Dies liegt daran, dass jeder Mensch einen unterschiedlichen Stoffwechsel aufweist. Zudem ist Ursache für den unterschiedlichen Abbau von THC auch die Lebensführung. So kann (intensiver) Sport zur Folge haben, dass das im Fettgewebe gespeicherte THC vermehrt freigesetzt wird. Insbesondere bei regelmäßigen Konsumenten ist eine Erhöhung der THC-Konzentration im Blut nach sportlicher Betätigung festzustellen. Auch Diäten können zu einer Erhöhung der THC-Konzentration im Blut führen. 

 

Letztlich ist hier noch viel unerforscht und die Erkenntnisse, auf die sich die Rechtsprechung bezieht, sind überholt. Gerade der hohe THC-Gehalt neuerer Pflanzen lassen zum Abbau kaum noch Aussagen zu, derer sich die Rechtsprechung aber immer noch bedient (so z.B. die "Sechs-Stunden-Regel, siehe dazu hier).

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